GEMEINDEBRIEF August / September 2019


Trinkbrunnen

Der Sommer begann warm und trocken. Das Wandern und Spielen im Britzer Garten machte durstig und manch mitgebrachter Wasservorrat war schnell ausgetrunken. Die Besucher des Britzer Gartens wissen oft nicht, dass es drei Trinkbrunnen gibt, an denen kostenlos Wasser gezapft werden kann, um die Wasserflaschen wieder aufzufüllen.




Betrieb der Britzer Parkbahn bis auf weiteres eingestellt

Familien mit Kleinkindern und Kinderwagen, ältere Menschen mit Rollator oder Rollstuhl, Besuchergruppen … bei allen beliebt ist die Britzer Parkbahn, sei es, um von einem Ende des Gartens zum anderen zu kommen, um eine Rundfahrt zu unternehmen, eine bequeme Besichtigung zu machen, die müden, quengelnden Kinder schnell nach Hause zu fahren …

von morgens 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr (oder auch noch später) bringt die Parkbahn ihre Gäste zum gewünschten Ziel.

Doch – wie oben eingangs erwähnt – der Sommer begann warm, die Sonne brannte unerbittlich auf die Schienen, der Stahl erhitzte, dehnte sich aus – und er dehnte sich stärker aus, als erwünscht, er verbog sich, hob den einengenden Asphalt an den Wegen hoch, verschob sich aus dem angestammten Gleisbett.

Wie konnte das geschehen?

Die Britzer Parkbahn wurde 1984 zur Bundesgartenschau  gebaut. Und nach der BUGA fand sich ein Betreiber, der mit seinen Zügen den Fahrbetrieb aufnahm. Viele kannten ihn noch, den Herrn Grähner.  Aber er wurde alt, musste aufhören und ist inzwischen auch schon verstorben. 

Ein neuer Pächter aus dem Thüringischen bewarb sich, ging mit viel Elan und Ideen zu Werk. Er baute Anhänger für Rollstuhlfahrer – die natürlich auch optimal für Kinderwagen geeignet sind. Der Betrieb rollte – und kam doch immer wieder ins stocken.

Der Gleiskörper war in den 35 Jahren auch alt geworden: die Holzschwellen (!) der ersten Bahn waren verfault, die Befestigungsnägel hingen in der Luft, Wasser unterspülte das Gleisbett, Baumwurzeln taten das ihre. Herr Erk kaufte Stahlschwellen, verlegte sie in neues Kiesbett, ersetzte abgefahrene Schienenprofile. Er änderte aus Sicherheitsgründen die Fahrtrichtung – es ging vom Buckower Damm jetzt erst zum Rosengarten, zur Dahlenschau, dann erst über Festhalle und Kalenderplatz (Tulipan) zurück zum Buckower Damm – in einer vollen Stunde die Runde! Parkbesucher im Bereich der Liegewiese am Eingang Tauernallee / Spiellandschaft versperrten oft die Vorbeifahrt, lagerten auf dem Gleisbereich, freuten sich, den Betrieb zu unterbrechen: Erk verlegte die Bahn mehr nach Nordosten, näher an die Dahlienschau. Am Irissee wurde das Regenwasserrückhaltebecken angelegt – Erk verlegte auch hier die Schienen neu …

Doch diesen Frühsommer – nach dem heißen Sommer 2018 die zweite Hitzezeit – schleiften die Waggons über aufgewölbte Asphaltränder, sprang mehrmals aus den Schienen, die unüberbrückbar auseinander klafften. So kam es, dass aus Sicherheitsgründen im Juli der Fahrbetrieb eingestellt wurde.

Über 2 km Bahnstrecke sind aufzunehmen, zu reparieren, zu ersetzen … alles in allem eine mehr als 200.000 Euro teure Maßnahme, die von der Grün Berlin GmbH – der die Bahnanlage gehört – ausgeschrieben und vergeben werden muss.

Einbußen für den Pächter, Herrn Erk, der nicht fahren kann, Einbußen auch für die Gastronomen am Kalenderplatz und den Seeterrassen, denen die Kundschaft fehlt.

Und wir Parkbesucher bedauern auch, nicht bei schönem Sommer- oder Herbstwetter durch den farbenprächtigen, gepflegten Britzer Garten fahren zu können.