GENEINDEBRIEF Februar /März 2018


Im Winter blühende Bäume und Sträucher

Winterkirsche (Prunus subhirtella)

Es ist immer wieder überraschend, wenn man im Britzer Garten im Dezember oder Januar vor einer blühen­den Kirsche steht. Diese „Winterblüte" der Schnee­oder Winterkirsche ist eine Laune der Natur, denn die­se Kirschbäume blühen im Frühjahr als Hauptblüte und die wirkt dann wie eine wei­ße Blütenwolke.

Winterkirschen haben es gerne sonnig, sind aber allgemein recht anspruchslos. Wegen ihrer geringen Wuchshöhe von rund sechs Metern und der malerisch ausladenden Krone mit den auffallend dünnen, überhän­genden Zweigen eignen sich Winterkirschen hervorragend als Hausbäume. Grundsätzlich eignen sich die strauchförmig wachsenden Winterkirschen auch gut für große Pflanz­gefäße, zum Beispiel zur Begrünung von. Innenhöfen oder Dachterrassen. Wie alle Zierkirschen benötigen auch die verschie­denen Sorten der Winterkir­sche keinen regelmäßigen Rückschnitt. Von Zeit zu Zeit kann es aber notwendig sein, abgestorbene Triebe heraus­zuschneiden oder die Kro­ne etwas auszulichten. Alle ungünstig positionierten, ins Kroneninnere wachsenden oder sich über­kreuzenden Äste und Zweige sollten direkt an der Ansatzstelle entfernt werden. Der ideale Schnitttermin liegt gleich nach dem Ende der Hauptblütezeit im Frühling. Ein großer im Winter blühender Kirsch­baum steht direkt hinter dem Bistro am Kalenderplatz auf dem Tulipan-Gelände, am Zaun zu den „Laubenpiepern". Mehrere Winterkirschen blühen am Eingang Sanger-hauser Weg, kurz vor dem Rosengarten.


Winterkirsch

Echter Winter-Jasmin (Jasminum nudiflorum)

Der Winter-Jasmin Jasminum nudiflorum ist ein sommergrüner, breitwüchsiger Strauch mit grünen, vierkantigen, bogig-niederliegenden Zwei­gen, die, wenn sie den Boden berühren, anwurzeln. Aufgrund der grünen Zwei­ge sieht der Strauch aus, als sei er immergrün, doch er wirft im Herbst seine Blätter ab. Die Blüten er­scheinen in den Wintermo­naten vor dem Blattaustrieb und stehen einzeln und achselständig an den kahlen, vorjährigen Zweigen. Auf die­se Eigenschaft weist auch das Beiwort „nudiflorum" = „nacktblütig" hin. Im Gegen­satz zu fast allen anderen Vertretern der Familie „Öl­baumgewächse" duften die Blüten nicht.

Vor dem Bienenhaus im Britzer Garten finden Sie diesen Strauch als „erstes Bienenfutter".

Echter Winter-Jasmin

Chinesische Winterblüte (Chimonanthus praecox)

Die Winterblüte ist ein in unseren Gärten noch wenig verbreiteter Strauch, der bei son­nig-warmer Witterung in seiner Umgebung einen geradezu betörenden Duft nach Vanille verströmt und so erst in der unwirtlichen Winterszeit wahr­genommen wird. Die Blüten öffnen sich nur bei frostfrei­em Wetter, ab Dezember bis in den März hinein. 

Die Chinesische Winterblüte ist ein sommergrüner, et­was sperriger Strauch, der bei uns zwei bis drei Meter hoch wird und sich auch gut zwei Meter in der Breite entwickelt. Die gegenständig angeordneten Blätter sind von elliptisch-ei­förmiger Gestalt, lang zugespitzt oberseits hellgrün glänzend, etwa 2,5 Zentimeter lang. Das Laub haftet lange am Baum, meist noch im Schnee, bevor es abfällt. Die Blüten sind glockenförmig: die äußeren rund 2,5 cm lan­gen Blütenblätter sind von hellgelber Farbe, die inneren kleinen Blütenblätter braunrot gestreift oder gefleckt. Von innen farblich abgesetzt sind die inneren zwei Reihen gel­ber oder bräunlicher Staubblätter. In warmen Sommern reifen urnenförmige bräunliche bis gelb gefärbte Früchte. 

Erst im Alter von fünf Jah­ren kommt der Strauch zum Blühen. Auch sollte er nicht eingekürzt werden, da ein Rückschnitt die Entwicklung blühfähiger Zweige verhindert. Wenn bei älteren Sträuchern ein Rückschnitt notwendig wird, so sollten nur einzelne alte Äste an der Basis ent­fernt werden.

Die Chinesische Winterblüte wird in Japan in eigens angelegten Duftgär­ten gezogen. Bei uns sollte sie einen etwas geschützten, sonnigen Standort auf durch­lässig nährstoffreichem Boden erhalten. Im Britzer Garten finden Sie den Strauch am Weg vom Britzer Damm zum neuen Umwelt­bildungszentrum und am Weg nördlich der Windharfe zur Mohriner Allee.

Chinesische Winterblüte

Duftender Winterschneeball (Viburnum bodnantense)

Der betörend duftende Winter-Schneeball schiebt seine ersten Blüten bereits im Dezember, während die Hauptblütezeit im März und April liegt. Auch er wird gerne in Hausnähe gepflanzt, um auch im Winter Far­be und Duft in Gärten und Parks zu bringen. Schöne Exemplare dieses Strauches finden Sie vor dem flachen Verwaltungsgebäude am Eingang Sangerhauser Weg, am Irissee und im Bereich der Festhalle.

Duftender Winterschneeball

Zaubernuss (Hamamelis)

Die Zaubernuss-Arten sind die bekanntes­ten „Winterblüher" zwischen Dezember und Februar. Im Britzer Garten gibt es sowohl gelb blü­hende Arten (Hamamelis mollis) als auch rote (Hamamelis vernalis).

Zaubernuss