PRISMA April 2018


Vortrag von Marlies Ackermann und Sandy Thomson für den Förderkreis Freunde des Britzer Gartens im Karl-Foerster-Pavillon am 26. Februar:

Rosen in englischen Gärten

Zur Rosengeschichte:

Wildrosen (in der Antike) sind botanische Arten, die ohne Zutun des Menschen in der Natur entstanden sind. Rosen sind sehr alte Pflanzen - es gibt sogar Versteine­rungen von Rosen-Blättern. Heute kennt man etwa 120 Arten von Wildrosen. Es sind meist einmalblühende Sträucher   mit einfacher Blüte. Wildrosen sind gesund, robust und selten krank. Ihre Pollen sind Nahrung für viele Insekten wie Wildbienen, Borkenkäfer, Schmetterlinge, Hummeln und Rosenkäfer. Die Früchte (Hagebutten) sind Nahrung für 19 Säugetier- und 27 Vogelarten im Herbst und Winter.

Die Hundsrose, Rosa canina, ist die bekannteste und bei uns in Mitteleuropa verbreitetste Art. Die Heckenrose, Rosa arvensis, kennen alle von Feld- und Waldrän­dern. Die Rosa rubiginosa hat stark nach Apfel duftendes Laub.

Alte oder historische Rosen werden genannt, die es schon vor 1867 gab. Hierzu zählen Rosa gallica,( eine robuste, einmalblühende, halbgefüllte, meist rosafarbene Rose mit großen Staubgefäßen, süßlich duftend), Rosa alba (die frosthärteste Rose, die auch Halbschatten verträgt und schon bei den Römern bekannt war) und Rosa damascena (die Damaszenerrose wurde im 13. Jahrhundert von den Kreuzfahrern nach Mitteleuropa gebracht und hat einen betörenden Duft). Mit der Rosa foetia oder Rosa lutea wurde 1580 eine gelbblühende Rose aus Kleinasien eingeführt - vorher gab es nur rote, rosa und weiße Rosen. Die Rosa centifolia (hundertblättrige Rose) ist die Gartenrose unserer Urgroßeltern gewesen, ebenfalls einmalblühend, mit dem stärksten süßen Duft der alten Rosen. Aus ihr entstanden um 1700 die Moos­rosen. 1752 gelang die erste Chinarose Rosa chinensis, nach Mitteleuropa - ihre Vorzüge: sie blühte nicht nur einmal sondern den ganzen Sommer und sie brachte Gelb und leuchtendes Zinnober in die Farbpalette.

Erst Anfang des 19. Jahrhunderts begann man gezielt Rosen zu züchten. 1819 züchtete man die erste Noissette-Rose, eine kletternde, öfterblühende, duftende aber frostempfindliche Rose auf den Markt. Portlandrosen sind dagegen frosthart, wenig krankheitsanfällig und wunderbar duftend. Bourbon-Rosen haben kugelförmige, große, gefüllte Blüten - sie gelten als sehr krankheitsanfällig.

Moderne Rosen ab 1867. Zu ihnen zählen die Teehybriden, die Polyantha-Rosen, Floribunda-Rosen und Bodendecker-Rosen. Die Teehybriden oder „Edelrosen" sind die ältesten modernen Rosen. Sie haben nur eine einzelne, elegante Blüte auf einzelnen Stielen. Mit der Züchtung der legendären Rose „La France" 1867 legt man den Beginn der modernen Rosengeschichte fest. Durch Kreuzung von Polyantha-Rosen mit Teehybriden entstanden die Floribunda-Rosen. Es sind meist gute Schnittrosen. Polyantha-Rosen, Polyanthahybriden und Floribundarosen werden heute als Beetrosen zusammengefasst. Der Übergang zur letzten Gruppe, der Bodendecker-Rosen ist fließend. Diese sind niedrig wachsende, krankheitsresistente Dauerblüher.

Die Besonderheit der Austin-Rosen

David Austin wollte mit seinen Züchtungen die Feinheit der alten mit der Jugendlichkeit der Modernen Rosen vereinen. Seine Englischen Rosen sollten den Charme der alten Rosen mit dem Charakter der Wildrosen vereinen. Seine Rosen zeichnen sich durch tiefschalige, gefüllte Blüten mit dem Duft der Alten Rosen aus.

Austin-Rose

Über die Bedeutung der Rosenfarben bei Rosen-Geschenken ging der Vortrag weiter zu zwei Rosengärten in Großbri­tannien, Mottisfont und Helmingham Hall. In diesen Beispielen begegnete man nicht nur den in der Geschichte vorge­stellten Rosen, sondern sah auch die Zuordnung zur Architektur, zur Landschaft und - ganz besonders interessant - die Begleitpflanzen zu den einzelnen Rosen. Das kann hier mit Worten nicht alles wiedergegeben werden. Bei Interesse wird Frau Ackermann den Vortrag noch einmal zu einem späteren Zeitpunkt wiederholen.

Mitgliederversammlung des Fördervereins Freunde des Britzer Gartens

Ähnlich dem Vortrag über die Rosen wurden die Mitglieder des Fördervereins von dem halbstündigen, musikalisch unterlegten Bilderschau „Winter - Frühling -Sommer im Britzer Garten" von Heinz Schreiber verzaubert. Es wurde die ganze Palette an Blumen und Tieren gezeigt und immer wieder überwältigende Land­schaftsaufnahmen von Winkeln im Britzer Garten, die bestimmt nicht jeder kannte. Heinz Schreiber hat hiermit die Latte für deine Vorträge sehr hoch gelegt - wir freuen uns schon auf die Bilderreise im Herbst!

Kälbchen bei den Salers-Rindern

Die Salers-Rinder im Britzer Garten haben am letzten Sonntag im Februar Nachwuchs bekommen: Lotta.



Diese Rinderrasse aus Zentral-Frankreich ist besonders robust und widerstandsfähig, die Tiere leben ganzjährig im Freien und auch das Kälbchen bewegt sich unternehmungslustig auf der Weide. Die Mutter von Lotta - Lucie - wurde selbst im Britzer Garten geboren, die nachfolgenden Kälbchen der letzten Jahre waren dann alle männlich. Sie können die Salers-Rinder und Lotta auf der Wiese zwischen Hochspannungsweg und Rhododendronhain im Britzer Garten besuchen.

Winterpause Parkbahn beendet

Seit 30. März (Karfreitag) ist die Winterpause der Parkbahn im Britzer Garten beendet - Sie können jetzt wieder den Park per Bahn erkunden.

Tulipan

Die ersten Wildtulpen blühen an geschütz­ten Stellen im Britzer Garten schon Anfang März. Aber es wird April, meist Mitte April und dieses Jahr wird es schon auf Ende April zu gehen, bis das Gros der Tulpen erblüht, die Tulpenfelder mit ihrer Formen­vielfalt und Farbenpracht die Besucher anziehen. Leider ist diese ganze Pracht in wenigen Wochen schon wieder ver­blüht, bei sonnig-warmem Frühlingswetter schneller als in kühlen Tagen. 2005, zum zwanzigjährigen Jubiläum des Britzer Gartens, hatte Hendrik Gottfriedsen die Idee zu dieser Tulpenschau zum ersten Mal umgesetzt. Dieses Jahr findet die Tulipan also zum 13. Male statt.

Mindestens ebenso informativ sind die locker in die Rasenflächen gesetzten Tulpen, in Tuffs, in bunten Farbkombi­nationen. Diese Tulpenwiesen haben ihre Liebhaber, müssen aber auch aller zwei, drei Jahre wieder neu gesteckt werden.

DieTulpenfelder machen den Gärtnern auch Sorgen: dort, wo Tulpen gepflanzt waren, müsste der Boden erneuert werden, denn es gibt Schädlinge, Viren, die die Knollen des nächsten Jahres schädigen, in Wuchs und Blüte verändern, bis zum Ausfall ganzer Pflanzungen. Um das zu kaschieren, werden Tulpen hinzu gekauft, werden Kahlstellen mit Hyazinthen und Stiefmütterchen bepflanzt. - Der Britzer Garten ist das ganze Jahr geöffnet und kann nicht, wie zum Beispiel die holländische Tulpenschau in Keukenhof, im Sommer geschlossen werden, um den Boden auszutauschen, die Erde durch Erhitzen oder andere Maßnahmen wieder „keimfrei" für die nächstjährige Pflanzung herzurichten.


Zur Zeit der Tulipan im Britzer Garten blühen für eine kurze Zeit auch die alten Kirsch­bäume am Landeshaupthöhepunkt. Wunderschön ihr Schneeweiß, das die Tulpen noch farbiger leuchten lässt. Auch Blütentrauben der Glyzinen an der Schlangen­pergola blühen für kurze Zeit über den lila, rosa und roten Tulpenkelchen.

Der Förderverein Freunde des Britzer Gartens ruft - wie jedes Jahr - die Besucher auf, die „schönsteTulpe" zu wählen. Stimmzettel gibt es an den Kassen des Parks.