PRISMA Februar 2018



Winterspaziergang

Der nun schon traditionelle Winterspaziergang von Frau Kleuvers mit den Mitgliedern des Fördervereins Freunde des Britzer Gartens und dem Grundbesitzer­verein fand bei Temperaturen um die Null Grad nach Regen und Schneeschauern dann doch bei Sonnenschein statt. Mehr als 60 Interessierte waren gekommen.

Am Karl-Foerster-Pavillon zeigte Frau Kleuvers Eisenholz-Bäume, die zu den Früh­blühern gehören, deren kleine rote Blüten jedoch noch nicht aufgegangen waren. Diese wertvollen Gehölze wachsen sperrig breit und müssen immer wieder beschnitten werden, um den Ausblick aus dem Karl-Foerster-Pavillon nicht zu sehr zu behindern. Dieser Eisenholzbaum hat dunkelgrünes Laub im Sommer, das sich im Herbst wunderschön gelb bis orangerot färbt und so ein wahres Schmuckstück ist.

Eisenholzbaum

Gegenüber des Pavillons wurde ein Teil des Steingartens überarbeitet und neu bepflanzt. Die alte Bepflanzung war in den Jahren „vergreist", unansehnlich geworden von wenigen Sorten überwuchert. Jetzt ist wieder eine große Vielfalt unterschiedlicher Pflanzen angesiedelt.

Das hohe Gras, das noch als Schmuck stehengelassen wurde, wird bald eingekürzt, ebenso zwei Drittel des Schilfs im See, Dei Wasserstand im Winter ist etwas niedrlger als gewöhnlich, so dass nach dem Schnitt Wasser von oben in die Schilfhalme dringen kann und so die Wüchsigkeit gebremst wird.

Auf Nachfrage der Besuchet erläuterte Frau Kleuvers, dass es in den Gewässern des Britzer Gartens zu BUGA-Zeiten 1984 europäische Krebse eingesetzt winden Später beobachtete man auch Amerikanische Sumpfkrebse. Diese Krebssorte ist sehr robust, ist Allesfresser und hatte einen negativen Einfluss auf die Populationen der Gewässer, Diese knallroten Sumpfkrebse sind auch Träger einer Pilzerkrankung, gegen die sie selbst immun sind, die aber für andere Amphibien Arten tödlich endet und so auch die Molch- und Froschbestände im Britzer Garten bedroht. Der Senat hat ein Beobachtungsmanagement eingesetzt, das aber im Britzer Garten noch nichts unternommen hat. Die Krebse dürfen nicht abgefischt und auch nicht verwertet werden.

Auf dem weiteren Rundgang zeigte Frau Kleuvers die kugelig beschnittenen Eiben, die in ihrer Gesamtheit giftig sind (Grün und Wurzeln). Nur das rote Fruchtfleisch ist essbar - die Kerne wiederum hoch giftig. Die Vögel fressen die Früchte und scheiden die Kerne aus - so werden die Eiben überall hin verbreitet. Werden Eiben nicht beschnitten, können sie zu hohen Bäumen heranwachsen.

Etwas weiter zeigte sie eine Buche, die die Braunfäule hat. Bei dem durch holzzerstörende Pilze hervorgerufenen Prozess wird vorwiegend Cellulose abgebaut. Das Holz verliert dadurch an Festigkeit und Masse, der Baum muss gefällt werden. Dieser Pilz tritt nur an einzelnen Stellen im Park auf, hier ist es schon der zweite Stamm, der befallen wurde.

Umweltbildungspavillon von Außen

Schließlich erreichte die Gruppe den Neubau des Umweltbildungszentrums. Dieser Bau wurde aus Mitteln des Sondervermögens Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA) finanziert. Hier sollen Bildungsprogramme und Ausstellungen zum Thema Natur und Umwelt stattfinden. Es wird für Veranstaltungen des Britzer Freilandlabors genutzt, aber auch außenstehenden Verbänden für Referate und Tagungen zu Umweltthemen angeboten.

Noch war alles frisch und neu - die Technik wird gerade eingestellt, Bauschäden noch behoben. Wir konnten überall hereinschauen, von der Teeküche und den Technikräumen über das Büro und den erweiterbaren Seminarraum bis zum Ausstellungsraum.h

Seminarraum im Umweltpavillon

Zurück ging es durch die Gehölzschau und an frühblühenden Hamamelis-Büschen zum Karl-Foerster-Pavillon.

Danke, Frau Kleuvers, wir freuen uns schon auf den nächsten Winterspaziergang 2019! 

Die Blüten erscheinen in den Wintermonaten vor dem Blattaustrieb und stehen einzeln und achselständig an den kahlen, vorjährigen Zweigen. Auf diese Eigenschaft weist auch das Beiwort „nudiflorum" = „nacktblütig" hin. Im Gegensatz zu fast allen anderen Vertretern der Familie „Ölbaumgewächse" duften die Blüten nicht.

Betrieb von Schloss Biesdorf geht an den Bezirk Marzahn

Die Grün Berlin GmbH hat zum 1. Februar 2018 die Betreiberschaft von Schloss Biesdorf an den Bezirk Marzahn zurückgegeben. Grün Berlin war vom Bezirk gebeten worden, den Betrieb und die Weiterent­wicklung des Standortes als Zentrum für Kunst und öffentlichen Raum nach der Wiedereröffnung des Schlosses im September 2016 zu übernehmen. Seither fanden drei Gruppenausstellungen internationaler Künstler hier statt mit rund 120 Begleit­veranstaltungen.

Schloss Biesdor