PRISMA Januar 2018


Gäste" aus Marzahn

Im Feuchtbiotop - dort wo oft die Skudden grasen, liegen plötzlich Rinder. Sind sie vom Weidegebiet am Hochspannungsweg umgesiedelt worden? Nein, es handelt sich - wie ein Schild erläutert - um temporäre Gäste aus Marzahn: Rinder der Rasse Rotes Höhenvieh. Sie sollen Ende Januar wieder ins IGA-Ausstellungsgelände in Marzahn zurückgeführt werden - nur ist ihr dortiges Gehege zur Zeit noch Baustelle. Und man wird noch gleich belehrt:

„Das Rote Höhenvieh ist eine alte, sehr robuste und genügsame Rasse, die sich durch ihre Widerstandsfähigkeit auszeichnet und gut für die ganzjährige Weidehaltung geeignet ist. Die Tiere bilden im Verlauf des Sommers und im Herbst eine gute Fettschicht und ein dickes Winterfell aus, das sie im Winter gut vor den Witterungseinflüssen schützt und isoliert. Das Rote Höhenvieh stammt ursprünglich aus Mitteldeutschland und stellt ein klassisches Dreinutzungsrind dar: Milch-, Fleisch- und Zugleistung. Mit der Umstrukturierung und Technisierung der Landwirtschaft nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Rasse vermehrt durch milchleistungsstärkere Rassen verdrängt und stand kurz vor dem Aussterben. Die Rettung war das zufällige Auffinden „vergessener" tiefgefrorener Spermaportionen des reinrassigen Rotviehbullens „Uwe" in einer Besamungsstation, mit denen die Züchtung weitergeführt werden konnte. Das Rote Höhenvieh ist eher klein, sehr robust, vital und genügsam. Die Tiere sind gute Futterverwerter und haben gute Muttereigenschaften. Das Rote Höhenvieh ist in seinem Erhalt gefährdet und vom Aussterben bedroht."

Rotes Höhenvieh

Neben unseren weißen Schafen, den Skudden, gibt es plötzlich im Britzer Garten auch lockige braune Schafe im Ziegengehege. Auch hier handelt es sich um Tiere, die den Winter als Gäste in unserer Parkanlage verbringen, bis sie nach Marzahn übersiedeln können.

„ Das Coburger Fuchsschaf" ist eine alte Landschafrasse, die im 19. Jahrhundert weite Teile der europäischen Mittelgebirge besiedelte. Die fuchsfarbigen Schafe waren unter vielen Namen bekannt; so finden wir Goldfüchse, Eisfelder Fuchsschafe, Eifeler Schafe, Ardenais, Solognotes, Roussse Tetes, Welsh Mountain Sheep. - Das sind nur einige Namen der einzelnen Schläge, sie beziehen sich fast immer auf die regionalen Zuchtgebiete. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts waren 60 % des Schafbestandes in der Provinz Coburg fuchsköpfige, schlichtwollige Schafe, in den anderen Verbreitungs­gebieten war es ähnlich. Vor dem 2. Weltkrieg aber, infolge des zunehmenden Leistungswettbewerbs, war das Coburger Fuchsschaf, wie viele andere Land­schaftsrassen auch, dem Aussterben nahe. Erst durch die Veröffentlichungen von Otto Stritzel, Schäfer- und Tuchmeister im Fichtelgebirge, wurde man wieder auf die guten Eigenschaften des Fuchsschafes aufmerksam.

Eine Besonderheit des Coburger Fuchsschafes ist seine Wolle. Die Lämmer haben bei der Geburt ein rotbraunes Vlies, welches im Alter von 6 bis 12 Monaten heller wird. In dem beigen Vlies, dem „Goldenen Vlies", befinden sich mehr oder weniger dunkle Fasern, das gibt der Fuchsschafwolle bei der Verarbeitung das interessante Farben­spiel. Neben der interessanten Wolle, besonders für den Hobby-Verarbeiter, ist das Fleisch der Lämmer und der älteren Tiere bei Feinschmeckern sehr geschätzt und im Rahmen der Direktvermarktung sehr gut abzusetzen."

Coburger Fuchsschaf

emand hatte mich vor einigen Tagen angerufen, bei uns im Britzer Garten stünden Pferde, die von Besuchern gefüttert würden, obwohl das doch ver­boten sei. Ich versuchte den Anrufern klarzumachen, dass im Britzer Garten Esel gehalten würden, keine Pferde. Aber sollten wir auch Pferde als „Wintergäste" haben? Kurz vor dem Ausgang Buckower Damm standen sie dann, die Pferde, mitten auf der Wiese im „Kaisertal" - wie Professor Bodo Manegold diesen Parkbe­reich nennt, nach der Nutzung zu Kaisers Zeiten, als hier Ende des 19. Jahrhunderts Trappen, Fasanen und Rebhühner ge­schossen wurden. Auch hier eine Erklä­rung der Parkleitung:


„Hier weiden aktuell Pferde der Rasse Dülmener. Die Tiere sind nur vorübergehend hier... Dülmener sind eine alte, sehr robuste und genügsame Rasse, die sich durch ihre Widerstandsfähigkeit auszeichnet und gut für die ganzjährige Weidehaltung geeignet ist. Die Tiere bilden im Verlauf des Sommers und im Herbst eine gute Fettschicht und ein dickes Winterfell aus, das sie im Winter vor den Witterungs­einflüssen schützt und isoliert.

Dülmener

Die Rasse entstand mutmaßlich aus der Kreuzung von entlaufenen Hauspferden und Wildpferden in Westfalen. Die erste urkundliche Erwähnung dieser Rasse datiert auf das Jahr 1316. Erhalten wurde die Rasse durch das Bestreben des Herzog von Croy, der im Merfelder Bruch 400 ha „Wildbahn" erhielt, aud denen die Rasse überleben konnte.

Man unterscheidet heute zwischen den Dülmener Wildpferden aus dem freilebenden Bestand des Herzogs von Croy und den Dülmener, die in Privathand gehalten und gezüchtet werden. Dülmener gibt es in den Farbschlägen schwarz, braun und mausgrau. Sie sind äußerst robust, wetterhart und gute Futterverwerter. Die Rasse ist in ihrem Erhalt extrem gefährdet und vom Aussterben bedroht."

Früchte der recht seltenen Schwarznuss

Im Rhododendronhain, am breiten Weg zwischen dem Parkfriedhof und dem Urnenhain, steht ein hoher Baum mit schwarzen apfelähnlichen Früchten.


Früchte der Schwarznuss

Es handelt sich um die Früchte der recht seltenen Schwarznuss Juglans nigra'. In der Hülle befindet sich eine sehr schwer zu knackende Nuss. Bei der aufgebrochenen Hülle auf dem Foto hat sich sicher ein Eichhörnchen bedient.

Früchte des Spindelstrauchs

Jetzt, wo nur wenige Blüten im Garten zu sehen sind, fallen besonders die Früchte des Spindelstrauchs auf. Allgemein sind die Früchte des Gewöhnlichen Spindelstrauchs als Pfaffenhütchen bekannt.

Spindelstrauch

Im Britzer Garten leuchten aber jetzt die weißen Kapsel-Früchte mit dem auffällig orangenen Samen der Form Euonymus europaeus f. albus auf.

Letzte Arbeiten vor Wintereinbruch im Britzer Garten

Die Dahlienbeete sind geräumt, die Tulpenzwiebeln fürs Frühjahr, die Tulipan, gesteckt.

Winterfester Rosengarten / Stühle warten auf den Abtransport

Im Rosengarten wird an einigen Stellen noch Erde ausgetauscht, letzte Rosen wieder eingepflanzt, die Pflanzen geschnitten, angehäufelt und schließlich mit Tannengrün abgedeckt. Das Wasser aus den drei Brunnen ist abgestellt. Die Eibenkugeln und Hecken mit Netzen eingebunden, damit Schneefall keinen Schaden anrichten kann.

Letztes Laub wird zusammengepustet und dort, wo es am Boden „klebt" zusammengeharkt und eingesammelt. Großes Gerät mit zwei Gabeln „spießen" die Parkliegen und die am Wege gestapelten Stühle auf und bringt alles ins Winter­quartier im Baucamp. Jetzt machen die Gärtner endlich Winterruhe, bis bei Frost die Schilfbestände geschnitten werden können und dann die Frühjahrsarbeiten beginnen.

Bauarbeiten neues Umweltbildungszentrum

Nachdem das Freilandlabor abgerissen worden ist, die Fläche planiert wurde und der Grundstein für das Umweltbildungszentrum gelegt worden war, ist nun mit der Betonierung der Streifenfundamente ein neuer Abschnitt begonnen worden, mit dem eigentlichen Bau des Umweltbildungszentrums.

Streifenfundamente für das Umweltbildungszentrum

Als nächstes muss die Bodenplatte für das Ausstellungs- und Schulungsgebäude auf diese Fundamente aufgebracht werden.

Jahreskarten Britzer Garten

Anders als in den letzten Jahren sind die personifizierten Jahreskarten (Ehrenkarten) des Fördervereins „Dauerkarten", das heißt, die Jahreskarte eines Mitgliedes behält so lange Gültigkeit, wie der Karteninhaber Mitglied im Förderverein ist. Sollte einmal eine Karte verloren gehen, so geht das Mitglied einfach an eine der Kassen im Britzer Garten und meldet den Verlust - die Karte wird dann gelöscht (also kein Missbrauch möglich!) und sofort eine neue Ehrenkarte mit dem im Computer gespeicherten Foto ausgedruckt. Jahreskarten der Grün Berlin (im Abo bestellt), ist nur für ein Jahr gültig, dann erhält der Abonnent für das nächste Jahr eine neue Karte. Achtung: 2017 berechtigen keine Jahreskarten für den Britzer Garten zum Eintritt in den Marzahner Garten (IGA-Ausstellungsgelände)! Mit der Jahreskarte kann aber eine vergünstigte Karte für die IGA erworben werden. Jahreskarteninhaber zahlen für die IGA-Dauerkartekarte 50,00 € (statt 90,00 €) Jahreskarteninhaber „Schwerbehindert" zahlen für die IGA-Dauerkarte ermäßigt 40,00 € (statt 80,00 €). Die Vergünstigung für IGA-Tageskarten stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.