PRISMA November / Dezember 2018



Führung von Hendrik Gottfriedsen für den Förderkreis durch das Zellengefängnis am Berliner Hauptbahnhof und über den Invalidenfriedhof

Ehemaliges Zellengefängnis Moabit

Heute ganz zentral, dem Hauptbahnhof gegenüber gelagert, wurde damals, 1849 au­ßerhalb der Stadtmauern Berlins, ein „Muster­gefängnis" gebaut. Die Gefangenen sollten nicht mehr in Gemeinschaftszellen unterge­bracht werden, sondern in Einzelhaftzellen. Man erhoffte sich so eine moralische Besse­rung der Häftlinge.

Die Zellenbauten wurden sternförmig an­geordnet. Dazwischen lagen „Spazierhöfe". So konnten die Gefangenen mit relativ wenigem Personal gut überwacht werden.

Zellengefängnis heute

Invalidenfriedhof

Der Invalidenfriedhof gehört zu den ältes­ten Berliner Friedhöfen. Er wurde 1748 als Teil des Invalidenhauses der preußischen Armee angelegt. Das Invalidenhaus wurde von Fried­rich II. (1712-1786) errichtet - hier konnten die Kriegsinvaliden ihren Lebensabend ver­bringen.

Auf dem Invalidenfriedhof fanden auch hohe Militärs ihre letzte Ruhestätte sowie wichtige Persönlichkeiten der Berliner Stadt­geschichte. Nur wenige Grabanlagen sind er­halten geblieben.

Eines der bedeutendsten ist das Monument für General von Scharnhorst (1755-1813): Auf einem hohen Sockel ruht ein Löwe. Ein Fries umzieht den Sockel mit Szenen aus dem Leben Scharnhorsts (Entwurf Schinkel, Rauch und Tieck).

Monument für General von Scharnhorst

Ebenfalls nach einem Schinkelentwurf entstand das Grabmal für Generalleut­nant und Kriegsminister Job von Witzleben (1783-1837). Stüler entwarf nach einem per­sönlichen Entwurf des Königs die Grabstätte der Familie von Boyen mit zwei schlanken, hohen Sandsteinsäulen, auf denen jeweils eine Viktoria mit großen Flügeln steht.

Grabstätte der Familie von Boyen

Hendrik Gottfriedsen führte die Gruppe weiter durch das Gelände der Charité, ent­lang des hier freigelegten Verlaufs der Panke, bevor sie in die Spree fließt.