PRISMAgazin März / April 2019


Winterspaziergang mit Frau Kleuvers

Der traditionelle Winterspaziergang des Förderkreises Im Januar 2019 fand bei sonnigem Wetter und Temperaturen um den Nullpunkt statt. Prof. Bodo Manegold begrüßte die gut 50 Interessierten und gab dann das Wort an Frau Kleuvers ab. Es können hier nicht alle Informationen wiedergegeben werden, es müssen Stichpunkte der angesprochenen Themen ausreichen:

  • Die Koniferen im „naturhaften Garten" vor dem Karl-Foerster-Pavillon wurden wegen Pilzbefall und Überalterung vor einigen Tagen herausgenommen. Dieser Bereich wird nach einem Bodenaustausch in der Bepflanzung überarbeitet, wie es 2018 bereits im vorderen Bereich dieses Beetes erfolgte.
  • In der großen Seenlandschaft ist der Bestand des Roten amerikanischen Sumpfkrebses, einer eingewanderten invasiven Tierart, durch „Abfischen" mit Reusen deutlich dezimiert worden.
  • 2018 wurden etwa 17.000 Tiere gefangen! Da vor allem Amphibien zu den Beutetieren des Krebses gehören, soll der Erfolg dieser Entnahme im Rahmen eines Amphibien-Monitorings evaluiert werden. Es wird bereits im dritten Jahr im Britzer Garten durchgeführt und erfreulicherweise konnten bereits im vergangenen Jahr zwei neue Frosch- und Lurcharten wieder nachgewiesen werden. Ähnliche Probleme entstehen durch ausgesetzte heimische Gelbwangen- und Rotwangenschildkröten, die sehr gefräßig sind und schnell groß werden.
  • Im Rahmen der nächsten Schilfmahd werden der Erlenaufwuchs entlang der Seeufer (durch Samenflug entstanden) beseitigt. Ebenfalls soll das Profil der Liebesinsel durch entsprechende Schnittarbeiten wiederhergestellt werden.
  • Die Baustelle „Verwaltung / Wirtschaftshof" erläuterte Frau Kleuvers detailliert.


Baustelle "Verwaltung / Wirtschaftshof" im Britzer Garten

Frau Kleuvers

  • Beim Standort „Baumlabyrinth" wurden die technischen Schwierigkeiten bei vertikal aufgestellten und innerhalb des Bodens verankerten Hölzern diskutiert und anschließend auch bei der „Schlangenpergola" im Tulipan-Gelände anschaulich gezeigt.
  • Am Tage vor Silvester wurden 17 Doppelscheiben im Bistro am Kalenderplatz zerstört. In diesem Zusammenhang wurde das Thema Sicherheit / Präventivmaßnahmen diskutiert.
  • Das Erscheinungsbild und die Funktion des Eingangs „Massiner Weg" wurden mit der Verlegung zum Bunker und Einführung des automatischen Einlasssystems positiv erläutert.
  • Am Massiner Weg wurde das Problem Barrierefreiheit angesprochen: Nicht alle Wege sind Rollstuhl- und Rollator freundlich zu begehen.

Neu gebauter Eingang Massiner Weg

  • In diesem Zusammenhang wurde nochmals die Auswertung der Besucherbefragung im Sommer 2018 erwähnt und auf die Erarbeitung eines Entwicklungskonzeptes für den Britzer Garten hingewiesen. Aus den interdisziplinär arbeitenden Bewerbern wurde nach einem Auswahlverfahren eine Arbeitsgemeinschaft ausgewählt und mit der weiteren Bearbeitung beauftragt. Bei der nächsten Mitgliederversammlung wird Grün Berlin den Förderkreis genauer informieren.

Es konnten hier nicht alle angesprochenen Themen aufgeführt werden - es ist zu empfehlen, an diesem traditionellen Gartenrundgang im nächsten Jahr im Januar 2020 selber teilzunehmen und Fragen zu stellen.       


Vorschau: Ostereier-Hängen im Britzer Garten                                                     

Dieses Jahr ist das Ostereier-Hängen um eine Woche vorverlegt, vor den Beginn der Osterferien, auf Montag, den 8. April 2019. Schüler der Klasse 1 e aus der Grundschule am Sandsteinweg werden wieder hunderte von bunten Ostereiern in die Apfelbäume der Streuobstwiese am Eingang Mohriner Allee im Britzer Garten hängen. Diese österlich buntgeschmückten Bäume sind ein beliebtes Fotomotiv der Besucher des Britzer Gartens.

Grundschüler beim Ostereier-Hängen


Vorschau: Tagesfahrt nach Zuschendorf und Dresden

Die erste Fahrt für die Mitglieder des Fördervereins Freunde des Britzer Gartens e.V. geht am 12. April 2019 zum Landschloss Zuschendorf bei Pirna. An diesem Wochenende ist noch die berühmte Kamelienschau im Schloss und in den Glashäusern zu besichtigen und zeitgleich die Azaleenschau.

Landschloss Zuschendorf bei Pirna

Das Landschloss Zuschendorf liegt am Hang oberhalb des Flüßchens Seidewitz. Das barocke Äußere entstand um 1735. 

Man brachte damals höfisches Dresdner Leben auf das ländliche Gut, dann verfiel das Schloss. Der drohende Abriß des barocken Ensembles wurde durch den Erwerb durch die VEG Saatzucht abgewendet und nach der Wende vor dreißig Jahren setzte die Restaurierung rasch ein.

Der Dresdner Gartenbau war weltberühmt, die königlichen Hofgärtner sammelten und züchteten viele seltene Zierpflanzen.

Die große Liebe Friedrich August I. von Sachsen (1670 - 1733), genannt August der Starke, zum Fernöstlichen machten die dort wachsenden Pflanzen sehr begehrlich. In Dresden entwickelte sich eine der ersten Spezialgärtnereien für Zierpflanzen, insbesondere der „sächsischen Moorbeetkulturen" (Kamelien, Azaleen, Rhododendren und Hortensien).

Kamelienausstellung,
Blick ins Gewächshaus

Nach den Zerstörungen der Gewächshäuser im Zweiten Weltkrieg und der Auflösung der Gärtnereibetriebe war das wertvolle genetische Material der zum Teil Jahrhunderte alten Sorten gefährdet. Mit Hilfe des Sächsischen Landwirtschaftsministeriums, der TU Dresden und vieler privater Gärtner wurden die Sorten in Zuschendorf konzentriert, Glashäuser auf 1.700 m2 Fläche gebaut und ein Förderverein Landschloss Zuschendorf gegründet.

So wurde der Bestand gesichert und ausgebaut und in alljährlichen Themen-Ausstellungen auch dem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Über den Besuch der Gemäldegalerie und der Führung zu „Alten Meistern" berichten wir an dieser Stelle im nächsten Heft.

Kamelien