Prismagazin September / Oktober 2019


Trinkbrunnen

Der Sommer begann warm und trocken. Das Wandern und Spielen im Britzer Garten machte durstig und manch mitgebrachter Wasservorrat war schnell ausgetrunken. Die Besucher des Britzer Gartens wissen oft nicht, dass es drei Trinkbrunnen gibt, an denen kostenlos Wasser gezapft werden kann, um die Wasserflaschen wieder aufzufüllen.



Fahrt des Fördervereins Freunde des Britzer Gartens zu Gärten und Parkanlagen in Thüringen.

Gemäß  satzgemäßer Förderung der Bildungsfunktionen bietet der Verein jährlich drei Fahrten zu anderen Gärten außerhalb Berlins an. Die letzte ging dieses Jahr in die Gegend Apolda / Weimar. 

In Eisenberg ging es ab von der Autobahn. Östlich des Eisenberger Schlosses gelangt man durch den „Baumgarten“, einem nach englischer Manier angelegten Park, in den ältesten Parkteil, der sogenannte „Bogengarten“. 



Er  ist in acht unterschiedlich gestaltete Schmuckbeete gegliedert, rund um ein Wasserbecken mit einer Fontäne und von einem schattenspendenden Laubengang umgeben. Er öffnet sich zum weiten Schlossplatz, um den sich die Hauptgebäude gruppieren. Seitlich an der Barockkirche vorbei gelangt man  in den „Kräutergarten“. Um einen Pavillon sind die Beete angeordnet, auf denen die verschiedensten Kräuter, Gewürz- und Heilpflanzen wachsen. Dieser Kräutergarten war vorbildlich gepflegt und beschriftet. Es duftete und die Bienen summten …

Auf dem Weg nach Apolda machten wir noch einen Zwischenstop in Jena, im zweitältesten Botanischen Garten Deutschlands. Bereits 1586 wurde an dieser Stelle ein kleiner „Medizinergarten“ (Hortus Medicus) angelegt, der sich zu einem „Hortus Botanicus“ weiter entwickelte. Johann Wolfgang Goethe veranlasste die Verlegung einer Wasserleitung und den Bau von Gewächshäusern. Der Garten gilt als Lehrgarten für die Universität. Wir haben als Anregung mitgenommen: eine Tafel am Eingang, mit der auf aktuell blühende Pflanzen mit Bild und genauem Standort hingewiesen wird.



Endlich in Apolda, besuchte ein Teil der Reisenden den Herressener Park, in dem vor zwei Jahren die LaGa stattfand und der behutsam zurückgebaut noch immer einen gepflegten Eindruck macht.


Am zweiten Tag, nach Besuchen in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek und dem Bauhaus-Museum in Weimar ging es im Bus nach Tiefurt. Der Park, der vom Schloss zum Lauf der Ilm abfällt, ist ein durchgestalteter Grünzug mit „Musentempel“ und vielen Denkmälern, der zum Spazierengehen förmlich verleitet.



 Nach erholsamer Zeit in diesem Grünzug an der Ilm machten wir noch einen Abstecher zum Schlosspark Kromsdorf, der ganz anders angelegt ist: der südlich des Schlosses liegende Gartenteil ist von einer hohen Mauer umgeben, in der in 64 Nischen Sandsteinbüsten berühmter Persönlichkeiten der Zeit um 1700 aufgestellt sind. Die Wegeachsen sind als Lindenalleen bepflanzt. Hinter diesem Gartenteil befand sich ein Landschaftspark, mit dem in Tiefurtverbunden. Er wurde aber durch die Anlage eines Sportplatzes und Wohnbebauung bis zur Unkenntlichkeit verändert.




Am dritten Tag, auf der Heimreise nach Berlin, ging es zunächst nach Schloss Ettersburg, das von Herzogin Anna-Amalia als Sommersitz genutzte wurde. Das neue Schloss, vor der Dreiflügel-Anlage des alten Schlosses, steht dicht an einem Felssturz. In dem gegenüberliegenden Waldgelände wurde ein Waldpavillon gebaut, auf den 10 Sichtschneisen zuliefen. Fürst Pückler Muskau gestaltete die Schneise vom Schloss zum 800 Meter entfernten Jagdhaus als kulissenhaft aufgebauten Parkraum, dem sogenannten „Pücklerschlag“, ihm fielen damals 10 Hektar Wald zum Opfer.



Das nächste Ziel, die terrassierte Schlossanlage von Burgscheidung oberhalb der Unstrut, konnte leider nicht angefahren werden, da die Ortsdurchfahrt der Gemeinde Burgscheidung für unseren Bus zu eng war. Die Reise wurde deshalb mit der Besichtigung der Neuenburg oberhalb von Freyburg an der Saale beschlossen – allerdings gab es hier keinen Park, keinen Garten zu besichtigen, diese Gartenflächen wurden zu Parkplätzen planiert - dafür besichtigten wir die Burganlage, dreimal so groß wie die Wartburg und die bemerkenswerte Doppelkapelle der Elisabeth von Thüringen.



Terminverschiebung!


Die Führung von Klaus Lingenauber, Gartendenkmalpflege Berlin, zum Luisenstädtischen Kanal findet bereits am

Freitag, dem 20. September um 14.00 Uhr

statt. Details werden im Rundbrief stehen, sowie in der Gartenbibliothek, Karl-Foerster- Pavillon. Anmeldung bei Frau Jung (keine Führungskosten).


Betrieb der Britzer Parkbahn bis auf weiteres eingestellt

Familien mit Kleinkindern und Kinderwagen, ältere Menschen mit Rollator oder Rollstuhl, Besuchergruppen … bei allen beliebt ist die Britzer Parkbahn, sei es, um von einem Ende des Gartens zum anderen zu kommen, um eine Rundfahrt zu unternehmen, eine bequeme Besichtigung zu machen, die müden, quengelnden Kinder schnell nach Hause zu fahren …

von morgens 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr (oder auch noch später) bringt die Parkbahn ihre Gäste zum gewünschten Ziel.

Doch – wie oben eingangs erwähnt – der Sommer begann warm, die Sonne brannte unerbittlich auf die Schienen, der Stahl erhitzte, dehnte sich aus – und er dehnte sich stärker aus, als erwünscht, er verbog sich, hob den einengenden Asphalt an den Wegen hoch, verschob sich aus dem angestammten Gleisbett.

So kam es, dass aus Sicherheitsgründen im Juli der Fahrbetrieb eingestellt wurde.

Über 2 km Bahnstrecke sind aufzunehmen, zu reparieren, zu ersetzen.


Rosemarie  Jung